Ideen vom Stammtisch am 19.05.2015

Das Leben in Altersheimen. Zu aller erst störte uns schon das Wort – wer möchte schon gerne in einem Heim wohnen? Senioren-Residenzen klingt besser. Wie nachhaltig wird in diesen Residenzen gearbeitet? Gibt es Absprachen bei der Medikation eines Patienten von verschiedenen Ärzten? Können die Prozesse wie z.B. Ernährung, Abfallaufkommen und Gestaltung der Räumlichkeiten in Senioren-Residenzen ökologischer und damit einhergehend auch ökonomischer gestaltet werden? Darüber hinaus waren wir geschlossen der Meinung, dass Senioren nicht ausschließlich unter sich bleiben dürfen, sondern es unsere Aufgabe sein sollte, auch die Älteren unserer Gesellschaft zu integrieren, damit wir voneinander profitieren können – ein Plädoyer für das Mehr-Generationen-Wohnen. Wie wäre es mit einem Pflege-Au-Pair Angebot für junge Menschen? Warum nicht einmal den Deutsch Unterricht für Geflüchtete in Zusammenarbeit mit Senioren durchführen, vielleicht ergeben sich interessante Sprach-Tandems und mehr.

Wedding ohne Autos. Weißt du, dass ungefähr die Hälfte deiner Straße mit parkenden Autos zugestellt ist? Kannst du dir vorstellen wie das Kiezleben sich ohne Autos verändern würde? Um diese Vision anzuregen, könnte man doch mal ein Fotobuch mit autofreien Plätzen im Wedding veröffentlichen. Warum autofreie Lokalitäten eigentlich nur im digitalen Bild – wir sollten autofreie Tage im Kiez oder zumindest in bestimmten Straßen einführen. Vielleicht beginnen wir einfach in dem wir in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von jedem Auto im Wedding ein Rad abmontieren und es als Mahnmal auf dem Leopoldplatz stapeln? Auf der einen Seite würde das sicherlich mit überregionale Aufmerksamkeit für weniger Automobilverkehr und mehr Platz, Ruhe und Sicherheit belohnt, andererseits aber auch Konfrontation und Streit mit dem autofahrenden Nachbarn und die ein oder andere Strafanzeige mit sich bringen.

Digitales Nachbarschaftsverleihhaus. Stell dir vor, es gibt einen digitalen Katalog mit allen Produkten die deine Nachbarn prinzipiell verleihen (nicht vermieten!) würden. Das bedeutet, wenn du ein Buch, Kochutensilien, einen Staubsauger oder ein Fahrrad benötigst, gehst du nicht gleich in das nächste Geschäft deiner Wahl und kurbelst die Konjunktur an, sondern nutzt die räumliche Nähe zu deinen Mitmenschen und machst dir die Tatsache, dass viele Gegenstände nicht permanent in Gebrauch sind (Stichwort Werkzeug) zu eigen. Nebenbei intensiviert sich noch der Kontakt zu deinen Nachbarn. Die Runde hat darauf Aufmerksam gemacht, dass es schon einige Initiativen in diese Richtung gibt, z.B. Peerby, Fairleihen, Leihdirwas, leih-ein-buch,WirNachbarn, bikesurf.

Ein wöchentlicher Tip. Die WeddingWandler Seite bietet nun neue technische Möglichkeiten der digitalen Kommunikation. Es können ab sofort Verteiler-Listen und Newsletter-Templates genutzt werden. Wenn du dich z.B. mit dem Upcycling von Materialien beschäftigst und dein Wissen gerne weitergeben möchtest, kannst du eine Verteiler-Liste öffnen (upcycling@weddingwandler.de) und Interessierte einladen diesem Verteiler beizutreten. Nun kannst du beispielsweise jede Woche einen Upcycling-Tip an deine eigene kleine Community versenden und spielend leicht dein Wissen teilen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Templates mit denen du deine Informationen in ein professionelles Layout verpacken kannst und z.B. mit Fotos und Videos anreichern kannst. Andere Ideen für Verteiler-Listen sind „Kickern & Bier“ für alle die gerne in Kneipen Tischfußball spielen und dafür Mitstreiter suchen, denn alleine am Kicker zu stehen ist nur halb so schön. 

Kopiert aus dem wedding wandler blog.

Jetzt neu: Ideenstammtisch im Wedding

Natürlich, wir kennen sie alle, diese Momente in denen uns eine Licht aufgeht. Man müsste doch mal…, warum gibt es eigentlich nicht … , hey ich weiß da was!

Wenn eine Idee kommt, ist diese oft nur einen Augenblick am Leben. Man sinniert kurz über eine Umgebung in der diese, deine Idee in die Tat umgesetzt ist und denkt sich, die Welt wäre ein bisschen besser. Leider passiert oft nicht viel mehr mit den Ideen, sie blühen für einen Moment auf und werden im nächsten wieder fallen gelassen.

Was muss passieren, damit deine Ideen eine längere Lebensdauer haben? Wie kann man eine Idee weiterentwickeln? Und was passiert eigentlich mit einer guten Idee?

Der Ideenstammtisch ist ein idealer Ort um deine Ideen zu teilen. Ein Ort um zusammen mit interessierten Menschen deinen Grundgedanken weiter zu entwickeln. Das passiert indem dir zu erst einmal zugehört wird, Fragen gestellt werden und die Ideen aus anderen Perspektivenkommentiert werden. Durch diesen respektvollen Austausch kann deine Idee in aller Ruhe wachsen.

Kopiert aus dem WeddingWandler blog.

Pyramiden der Nachhaltigkeit

Eine Idee die mir im Hinblick auf die immensen Mengen an Plastikflaschen und Autoreifen kam, die auf der ganzen Welt so rumliegen und einfach nicht mehr verwendet werden können:

Lasst uns eine Pyramide daraus bauen. Oder zwei. So groß, dass man sie Touristen als Sehenswürdigkeit verkaufen kann.

Chimu Pyramide auf Flickr

In Peru, genauer in Chan Chan kann man sich alte Tempel der Chimú-Kultur anschauen, die im Grunde auch nur noch große Lehmberge sind. Zugebener Maßen mit einer beeindruckenderen Geschichte, aber die kann ja noch entstehen.

Alte Traktor-, Auto- und LKW-Reifen sind in Deutschland massenhaft verfügbar. Mit Plastikflaschen sieht es dank unseres Pfandsystems schon schwerer aus, aber wir könnten probeweise ja erstmal mit einer Reifenpyramide anfangen.

Verkaufen würde ich das ganze als Mahn- oder Denkmal für Ressourcenverschwendung.

Ausgefüllt mit komprimierter Erde, lassen sich daraus sogar massive Bauwerke bauen, wie bei den earthships zu beobachten ist:

Was zur Verwirklichung dieser Idee gebraucht werden würde:

  • Viele viele LKW- und Autoreifen
  • Ein Grundstück
  • Eine Baugenehmigung
  • Ein Tourismusgewerbe, ggf. Kooperation mit einem (öko) Tourveranstalter o.ä.
  • Schätzungsweise 120 Zeitstunden zur Vorbereitung des Ganzen

Wohnraumgewinnung in Berlin

Im Rahmen meines Praktikums beschäftige ich mich ausführlich mit der Wohnraumproblematik in Berlin. Genaugenommen möchte ich herausfinden, wie realistisch Wohnraum für Geflüchtete gewonnen werden kann.

In den letzten Wochen habe ich einige Initiativen kennengelernt und nun mal die fünf Hauptstrategien visualisiert:

Habe ich was vergessen oder übersehen?

Zeitbank für Geflüchtete

Zu einem der Tauschring Wedding Treffen, brachten zwei Social Management Studenten eine interessante Idee mit:

An Flüchtlingsheimen, von denen gerade in Berlin einige entstehen, könnten Anlaufstellen für lokale Tauschringe entstehen. Dort gibt es WLAN + Zugang zu einem Zeitbanksystem, in dem Fähigkeiten, Dienstleistungen und Talente getauscht werden können.

Grundlegend ist die Annahme, dass eine Stunde immer eine Stunde Wert ist – egal ob darin Haare geschnitten oder Fahrräder geschraubt werden.

Ein Beispiel: Ich suche jemanden der/die mein Fahrrad reparieren kann, im Gegenzug könnte ich anbieten, ein webblog aufzusetzen.

Und da es in so einem Tauschring viele TeilnehmerInnen mit vielfältigen Fähigkeiten und Bedürfnissen gibt, entsprechend auch nicht immer jede/r alles direkt braucht, verfügt jede/r über ein Konto, auf dem die getauschte Zeit gutgeschrieben wird. So wird es dann auch möglich, zeitaufwändige Projekte zu realisieren, die beim unmittelbaren 1:1 Tausch sehr schwierig sind.

Ein Wechsel zwischen Zeit und Euro ist dabei nicht unbedingt notwendig. Continue reading

Open Source Bäckerei

In einem ihrer Bücher schreibt Juli Zeh, dass sie erst an die „Einleitung des Postkapitalismus […]“ glaubt, wenn die erste Open Source Bäckerei in ihrer Nachbarschaft eröffne.

Und weil ich im ganzen Internet noch keine Information über überhaupt irgendeine Open Source Bäckerei finden kann, denke ich mir so: Das wär‘ doch mal was.

Vielleicht ähnlich dem Teeladen Chasinho, nur hier im Wedding?

Wer daran ernsthaftes Interesse hat, kann sich gerne melden!

Interessante Neuigkeiten aus Frankreich: Geplante Obsoleszenz, also das absichtliche Verbauen von Teilen, die ein Produkt schneller kaputt gehen lassen, soll künftig als Betrugsdelikt geahndet werden. Möglich sind bis zu 2 Jahren Freiheitsstrafe und Bußgelder in Höhe von 300.000€.

Bonusfrage:

kursieren eigentlich unter den Schullehrplangestaltern auch Ideen, Reparaturkurse ab der Grundschule einzuführen, um den Werkunterricht sinnvoll zu ergänzen?

Deutscher Telepolis Artikel dazu.
Siehe auch „Murksmeldungen„.

Für mehr Nachhaltigkeitspolitik!

Leihen statt kaufen

Ein Ansatz, der weitesgehend kostenfrei zu wengier Konsum und mehr Gemeinschaft beitragen kann: „Pumpipumpe„-Aufkleber für den Briefkasten.

 

Kostenfrei zu bestellen unter pumpipumpe.ch/sticker-bestellen/

Ziel des Projekts Pumpipumpe ist es, leihfreudige Nachbarn und ihre Gegenstände sichtbar zu machen und die gemeinsame Nutzung von Konsumobjekten zu fördern. Das geschieht nicht im Internet, sondern mit kleinen Aufklebern am Briefkasten, wo Nachbarn und Quartierbewohner täglich vorbeigehen. Sie können so direkt miteinander in Kontakt treten, sich Velopumpi, Akkubohrer oder ein Fondue-Set ausleihen, lernen sich auf diese Weise besser kennen und müssen erst noch weniger Geräte kaufen.

Siehe auch: Artikel im „Spiegel“.

Berliner Fahrradwege

In Berlin längere Strecken mit dem Fahrrad zurück zulegen ist oft eine Qual.

Um auf den miserablen Zustand der Straßen und der Fahrradwege im besonderen, aufmerksam zu machen, fände ich es eine schöne Idee, mir eine Go.Pro Kamera an den Lenker zu schnallen und den Weg von meiner Haustür bis zur Arbeitsstelle, durch zwei Bezirke der Stadt, zu filmen. Zur besseren Verbildlichung vielleicht noch mit einer Visualisierung für Erschütterungen (hat die Kamera einen entsprechenden Sensor?) durch Schlaglöcher, Bodenwellen und so weiter.

Fehlt nur noch so ’ne Kamera.

Spendet oder leiht mir jemand eine?