Mithelfen in der Bahnhofsmission

Als ich vergangene Woche gegen 2 Uhr nachts in Frankfurt am Main ankam, war es etwa 5°C kühl und ich hatte noch drei Stunden Wartezeit vor mir, bis mich der erste Zug nach Berlin bringen sollte.

Leider sind die beheizten, durchgehend geöffneten Wartehallen an Bahnhöfen schon lange verschwunden.

In den größeren Bahnhöfen wurde dafür ein Angebot der sog. Bahnhofsmissionen geschaffen.

Diese bieten allerhand Hilfestellungen:  Von der Begleitung alleinreisender Kinder, über die Unterstützung von Blinden an Bahnhöfen bis hin zu Kaffee und einer geheizten Stube für gestrandete Reisende in kalten Nächten.

Als ich gegen halb 3 in die Frankfurter Bahnhofsmission fand, wurde ich freundlich von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin begrüßt. Sie bot mir einen Sitzplatz, Kaffee und Tee an und wies mich darauf hin, dass ich dort bis 5 Uhr warten könne, denn dann kämen Reinigungskräfte und die Bahnhofsmission schließe für eineinhalb Stunden.

Zu dem Zeitpunkt waren noch etwa 10 weitere Reisende, ganz verschiedener Herkünfte und Ziele, da, die versuchten, auf ihren Plätzen mit zur Verfügung gestellten Kopfkissen etwas Ruhe zu finden.

Was sich im Gespräch mit der Mitarbeiterin herausstellte, überraschte mich sehr:

Der Bahnhofsmission fehlt Personal!

Da es sich um ein kostenfreies Angebot für Bedürftige handelt, leben die Bahnhofsmissionen von ehrenamtlichen Engagement.

Aus Prinzip habe man sich dagegen entschieden, PraktikantInnen anzustellen, um sie für Nachtschichten auszunutzen.

Ich finde, allein schon für diesen Schritt, haben die Bahnhofsmissionen unsere Anerkennung verdient.

Was sie aber noch viel mehr brauchen, sind Freiwillige, die den Laden am laufen halten!

Also, wenn Du zum Beispiel Student bist und dir vorstellen kannst, einmal die Woche in warmen Bahnhofsgebäude zu sitzen und Menschen in Notsituationen die Tür zu öffnen, melde dich doch bei der nächsten Bahnhofsmission (Karte mit Kontaktadressen)!

Netter Nebeneffekt: Wenn mal weniger los ist, findest Du dann sogar die Zeit, endlich das oft vertröstete Lieblingsbuch bzw. all die Unitexte zu lesen.

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