Wohnraumgewinnung in Berlin

Im Rahmen meines Praktikums beschäftige ich mich ausführlich mit der Wohnraumproblematik in Berlin. Genaugenommen möchte ich herausfinden, wie realistisch Wohnraum für Geflüchtete gewonnen werden kann.

In den letzten Wochen habe ich einige Initiativen kennengelernt und nun mal die fünf Hauptstrategien visualisiert:

Habe ich was vergessen oder übersehen?

StoP: Traglufthallen und Containerdörfer

Der Berliner Senat plant die errichtung von sechs Containerdörfern.

Um die immer größere Zahl von Flüchtlingen in Berlin unterzubringen, errichtet der Senat sechs Containerdörfer. Wie Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) am Montag sagte, soll dort insgesamt Platz für 2400 Menschen entstehen[1]

An anderer Stelle macht sich der gleiche Gesundheitssenator sogar für noch windigere Lösungen stark:

„Zelt für Obdachlose […]“ Quelle: Imago (aus [3])

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) auch zwei mit Gebläse betriebene Traglufthallen anmieten will, um kurzfristig Platz für die wachsende Zahl an Flüchtlingen zu schaffen. [2]

Darin spiegelt sich in unseren Augen ganz klar ein Problem: Geflüchtete werden als Menschen zweiter Klasse verstanden, die ein geringeres Recht auf Wohnraum haben. In behelfsmäßigen Provisorien sollen Übergangslösungen geschaffen werden, die die Verantwortlichen möglichst wenig Geld kosten.

Mindestens 34 Millionen Euro werden hier verpulvert, für Bauten von denen jetzt schon klar ist, dass Sie in 10 Jahren nicht mehr genutzt werden können.

Nachhaltigkeit sieht anders aus.

Siehe auch
[1 ]Artikel in der Berliner Zeitung vom 20.10.
[2] RBB-Artikel zu den Traglufthallen 24.10.[3] „Das ist keine Willkommenskultur“ RBB, 22.10.

Wer den Begriff Willkommenskultur in einem Artikel über Asylpolitik benutzt, hat noch kein Asylbewerberheim von innen gesehen.

Dieser Gesetzentwurf ist das Schärfste und das Schäbigste, was einem deutschen Ministerium seit der Änderung des Asylgrundrechts vor 21 Jahren eingefallen ist.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Grandhotel Cosmopolis

Heute möchte ich euch eine großartige Idee mit viel Potential zum Nachahmen vorstellen:

Im Grandhotel Metropolis sind engagierte Freiwillige, KünstlerInnen und Flüchtlinge zusammen gekommen, um eine menschenwürdige Unterkunft für Flüchtlinge und Asylsuchende zu schaffen. Gleichsam ist die Unterkunft Hotel, Begnungsstätte und irgendwie auch Kulturzentrum.

Ich bin in jedem Fall stark beeindruckt, was da innerhalb von nur 2 Jahren (?) auf die Beine gestellt wurde, und werde einen längeren Besuch, ja vielleicht sogar ein Praktikum, in Erwägung ziehen.

Auch im K23-Dorfkonzept ist übrigens Platz für Flüchtlinge vorgesehen. Wo sonst trifft man auf so offene Leute?